Kummersdorf-Gut

Kummersdorf-Gut ist der jüngste Ort der Gemeinde "Am Mellensee". Mit der Verlagerung des Artillerieschießplatzes von Schönebrg bei Berlin in den Kummersdorfer Forst entstand das heutige Kummersdorf-Gut zeitgleich mit der 1875 eröffneten Königlich-Preußischen-Militäreisenbahn. Der zunächst als "Schießplatz" bezeichnete Ort wurde aus Teilen der Gemarkungen Fernneuendorf, Kummersdorf und Sperenberg gebildet. Ab 1897 erhielt der Bahnhof die Bezeichnung "Schießplatz (Cummersdorf)" und ab 1907 "Kummersdorf-Schießplatz". 1947 kam es mit der Bezeichnung Kummersdorf zu einer erneuten Namensänderung bis 1953 die heutige Bezeichnung Kummersdorf Gut eingeführt wurde.

Zwischen 1875 und 1945 gab es kaum ein Kriegsgerät, das nicht auf dem ca. 2.500 ha umfassenden Areal in Kummersdorf Gut mit seinen zwei Schießbahnen und den vielen Versuchsanlagen erprobt wurde. So hat auch Wernher v. Braun hier seit 1932 an der Entwicklung von Raketen mitgearbeitet, bevor er 1937 nach Peenemünde ging. Mehrere Jahre vor dem zweiten Weltkrieg wurde in Kummersdorf ein umfangreiches Panzerversuchsgelände eingerichtet. Mitte der 1930-er Jahre entstanden zwei Siedlungen. Eine "Beamtensiedlung" (zumeist Vierfamilienhäuser) entstand zwischen der Kaserne und dem Bahnhof. Ab 1936 wurde der Ort durch eine zweitere Wohnsiedlung mit Ein- und Zweifamilienhäusern ("Heeresarbeitersiedlung") erheblich erweitert. Die Planungen für die Siedlungen und für die Musterhäuser stammen von Johannes Müller (1907-1997), der als freier Mitarbeiter beim Heereswaffenamt, Abt. Prüfwesen in Berlin beschäftigt war. Zur Heeresarbeitersiedlung gehörte noch ein Wasserwerk und ein Gemeinschaftshaus, das sogenannte "Feierabendhaus". Das Feierabendhaus, ein zweieinhalbgeschossiger Bau, befindet sich im Siedlungsanger.

Auch eine Versuchsstrecke für die im Dritten Reich erbauten Autobahnen wurde in Kummersdorf Gut errichtet und getestet. Die ca. 4 km lange Versuchsstrecke von Sperenberg nach Kummersdorf-Gut ist heute mit einer Asphaltschicht überdeckt und Teil der Landesstraße L 70. 1945 wurde das Gelände von den GUS-Truppen übernommen und bis zu deren Abzug militärisch genutzt. Die Bürgervereinigung Kummersdorf-Gut e. V. erforscht seit dem Abzug der russischen Truppen im Jahre 1994 die Militärgeschichte und organisiert Führungen durch das vorher hermetisch abgeriegelte Gelände.

Sehenswürdigkeiten:

  • Ständige Ausstellung zur Geschichte der ehemaligen Heeresversuchsstelle Kummersdorf mit geführten Besichtigungen
  • Ausgedehnte Heideflächen in der Kummersdorfer Heide (geplante Schutzgebiete)
  • NSG "Teufelssee"

Denkmale:

  • Försterei, Straße nach Luckenwalde 1
  • Bahnhof und Gleisanlagen der KME
  • Eisenbahnersiedlung, Straße nach Luckenwalde 2/3
  • Raketenprüfstelle
  • Kaserne...
  • Windmessturm
  • Wasserturm

Vorschlag des Fördervereins:

  • Siedlung bzw. Siedlungsteile mit "Feierabendhaus"