Die Entstehung des Urstromtals

Das Baruther Urstromtal entstand vor etwa 15.000 Jahren als Abflussbahn der eiszeitlichen Schmelzwässer während des Brandenburger Stadiums der Weichsel-Eiszeit. Später wurde das Urstromtal zu einem sumpfigen Niederungsgebiet, welches mit dichten, teilweise undurchdringlichen Laubwäldern bestockt war. Erlen, Moorbirken und Eschen, aber auch gewaltige Stieleichen prägten auf den ärmeren Standorten das Bild des Urstromtals. Diesem Lebensraum, der durch Feuchtgebiete und trockene Talsandflächen geprägt war, passten sich viele Pflanzen und Tiere an.

Waldgesellschaften des Auwaldes, des Erlenbruchwaldes sowie Erlensümpfe beherrschten das Urstromtal. Zu dieser Zeit waren Kranich, Schwarzstorch und Brachvogel noch sehr zahlreich. Noch im 15. Jahrhundert konnte man das Tal nur an wenigen Stellen durchqueren, da es durch den sumpfigen Bruchwald nur wenige Wege gab. Allmählich nahm der Mensch Einfluss auf das Urstromtal. Durch Viehtrieb und Weidewirtschaft wurde der Wald schließlich immer stärker zurückgedrängt und das Urstromtal zunehmend landwirtschaftlich genutzt.

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Zum größten Teil wird das Baruther Urstromtal von Niedermoorstandorten geprägt. Vielfach eingeschaltete Ablagerungen von Raseneisenerz wurden in früheren Zeiten ausgebeutet und lieferten Rohstoff für eine Reihe von Eisenhämmern. Der Gottower Hammer bei Luckenwalde - heute eine Ausflugsgaststätte - wurde schon 1397 erwähnt. Talsandflächen ziehen sich an den Rändern des Urstromtales in schmalen Streifen entlang oder treten gelegentlich auch inselartig inmitten des Tales auf. Häufig waren kleinere und größere Wiesen als halbnatürliche Formationen, die dazu beigetragen haben, dass sich Pflanzenarten wie Orchideen aber auch andere, die in natürlichen Formationen nur wenige Nischen besiedeln, ausbreiten konnten. Typische Ausbildungen der Feuchtwiesen sind heute nur noch vereinzelt vorhanden (Lynower Seewiesen).

Im Zuge der landwirtschaftlichen Intensivierung sind sie teilweise zu Saatgrasbeständen und Ackerflächen umgewandelt worden. Die Folge war ein rapider Rückgang der Wuchsmöglichkeiten von Feuchtwiesenarten. Einen noch intakten und für das Baruther Urstromtal charakteristischen Landschaftsausschnitt repräsentiert das Naturschutzgebiet "Schöbendorfer Busch".

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